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Thursday, 01. February 2007 15:13 Alter: 5 yrs

Offen für GPKE-Prozesse

Kategorie: Pressestimmen, Convotis AG

BWK, Ausgabe 1/2 2007, Seite 16-17

Nicht erst seit der E-World 2006 mit dem Partnerland Norwegen ist bekannt, dass die Skandinavier mit der Liberalisierung schneller vorangeschritten sind als I andere europäische Länder. Man verfügt dort schon seit 1995 über umfangreiche I Erfahrungen: vor allem auch bei der Umsetzung des elektronischen Datenaustauschs und der Automatisierung der Marktprozesse.

Bekanntermaßen bewegt sich Deutschland nicht allein unter den Schlusslichtern, auch die Niederlande oder Österreich sind nicht viel weiter. Per Gesetz will Deutschland jetzt aufholen. Der Startschuss für den verpflichtenden, flächendeckenden elektronischen Datenaustausch (Electronic Data Interchange, EDI), also die Anwendung der Regeln für Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität (GPKE), steht fest: Vom 1. August 2007 an ist die regelkonforme Unterstützung aller Prozesse der Marktkommunikation für Lieferantenwechsel und den Austausch der Verbrauchsdaten Pflicht und ab dem 1. Oktober 2007 auch für den Rechnungsdatenaustausch. So sieht es der Fahrplan der Bundesnetzagentur vor. Verschiedene Versorger, so die BKW Energie GmbH, Kelkheim, sind auf die Umsetzung der GPKE-Regeln gut vorbereitet, viele andere arbeiten nach wie vor mit Hilfslösungen.

Bisher dominierten Hilfslösungen
Hauptproblem der alten Marktregeln: Obwohl man sich über die Komplexität und den enormen Umfang der Prozesse und Nachrichten zwischen den Markt-Partnern seit Jahren im Klaren war, gab es keine Rechtsverbindlichkeit für eine einheitliche Anwendung. Seit vielen Jahren umkreisen zahlreiche Marktteilnehmer integrierte Anwendungen, entscheiden sich aber nicht. sondern haben sich häufig mit teuren Hilfslösungen gerettet. Damit ist es jetzt vorbei. Diese Hilfslösungen müssen nun durch Standards abgelöst und vereinfacht werden. Und wer zum Stichtag nicht in der Lage ist, die geforderten Standards zu bedienen und auch keine Optimierung durch eine weitere Automatisierung der Prozesse anstrebt, wird im Wettbewerb langfristig mit Verlusten kalkulieren müssen und am Markt nicht bestehen können.

Verbindlich definierte Geschäftsprozesse dienen der Konkretisierung der vom jeweiligen Marktteilnehmer vorzunehmenden Arbeitsschritte innerhalb des entsprechenden Geschäftsprozesses und regeln die Bearbeitungsfrist, den Meldungsinhalt und den Meldungsempfänger. In Verbindung mit einer Vereinheitlichung der Datenformate erlauben sie die Verwendung moderner Kommunikationsmedien und damit die Automatisierung" des Datenaustauschs. Der Datenaustausch der Prozesse und Nachrichten zwischen den Marktpartnern muss mittels Edifact erfolgen. Das bietet ganz klare Chancen für die Optimierung der Prozesskosten. Hierzu Dr. Hans-Martin Huber-Ditzel, Geschäftsführer von BKW Energie: „Wir unterstützen das Vorgehen der Bundesnetzagentur nachdrücklich, denn in unserem Kundensegment der Sondervertragskunden stellt die Umsetzung der GPKE-Regeln eine eindeutige Kostenersparnis dar; etwa in den Bereichen automatische Datenaufbereitung, Datenauswertung oder Plausibilitätsprüfung. Auch unser Mutterhaus in der Schweiz, die BKW FMB Energie AG, wird von dieser Entwicklung profitieren, da viele übergreifende Prozesse zwischen unseren beiden Unternehmen bestehen.“

CPKE-Prozesse sind keine Kleinigkeit
Ganz klar ist: Die Vorgaben der Bundesnetzagentur sind anspruchsvoll, und ihre Umsetzung sollte umgehend in Angriff genommen werden. Denn es geht nicht einfach um neue Funktionen, Anwendungen oder Konverter, sondern es wird eine „neuen Art der Kommunikation in der Energiewirtschaft geben: eine Kommunikation, wie sie in anderen Branchen schon lange gang und gäbe ist, weil die Zusammenarbeit und Interessenlagen zwischen der Industrie, dem Handel und ihren Geschäftskunden von jeher auf die Optimierung der Prozesse und Prozesskosten ausgerichtet war.

Hiervon ist die Energiewirtschaft noch weit entfernt, Kommunikationsbrüche sind nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Und das bedeutet Kosten: „Bis heute kommen trotz der vereinbarten Best-Practice-Regelung von vielen Netzbetreibern unkoordiniert uneinheitliche Datenformate, was einen hohen zusätzlichen Aufwand verursacht", so Huber-Ditzel. Der Markt hat die Standards in den vergangenen Jahren nicht selbst geregelt.

Doch jetzt sind mit den Vorgaben der Bundesnetzagentur und der Verbindlichkeit der Version UtilMD 4.0 die ersten einer ganzen Reihe von EDI-Formaten als eindeutige Regeln festgeschrieben. So haben jetzt auch Softwarehersteller eine gewisse Grundlage für die Produktgestaltung, doch fehlen nach wie vor in vielen Eckpunkten Detailinfonnationen. So zum Beispiel der Detaillierungsgrad der Meldungstypen Contrl und Aperak, der bekannt sein muss, um mittels spezialisierter Partner oder Dienstleister das Portfolio zu ergänzen. Immerhin ist durch das Ausräumen vieler ,,Grauzonen und die hoch zu priorisierenden Kriterien für die Auswahl von Neusystemen für den Marktteilnehmer eine gröf3ere Investitionssicherheit entstanden.

Der Handlungsbedarf bei den Marktteilnehmern ist akut
Der Strommarkt kann nur funktionieren, wenn alle Marktteilnehmer nach den vorgegebenen Standards kommunizieren und Prozesse GPKE-konform abbilden können. So gehen die neuen Standards künftig mit Vereinheitlichung, Gleichbehandlung und Optimierung einher. Huber-Ditzel sieht BKW Energie darauf gut vorbereitet: „Wir werden die GPKE-Prozesse zügig und fristgerecht in unserer integrierten IT-Lösung eccplus, die bereits seit 2002 bei BKW Energie läuft, umsetzen können, da deren Hersteller, die Convotis AG, mit Client-Computing über einen der fähigsten Partner hierfür verfügt.“

Die Nichteinhaltung oder falsche Umsetzung der beschriebenen Abläufe wird in jedem Fall zu erheblichen Folgekosten führen. In skandinavischen Ländern werden sogar Bußgelder verhängt. In Deutschland wird zu spätes und ineffektives Agieren zumindest in Wettbewerbsnachteilen und steigenden Prozesskosten resultieren.

„Das Nichtbeachten der bisherigen freiwilligen Regeln hatte bis heute keinerlei Konsequenzen für die verantwortlichen Unternehmen. Das wird sich nun hoffentlich ändem“, erklärt Huber-Ditzel. Die Zeit von Papierrechnungen oder eingescannten Netzbetreiberrechnungen, die elektronisch weiterbearbeitet wurden, ist endgültig vorbei. Alle Prozesse werden künftig vollständig automatisiert ablaufen müssen.

EDI-Management outsourcen
Viele Marktteilnehmer scheinen auch nach wie vor die Rolle von Energiedienstleistem zu unterschätzen, obwohl schon jetzt und mehr noch in Zukunft mit erheblichen Anforderungen rund um das Thema EDI-Management zu rechnen ist. Was in Skandinavien üblich ist - das EDI-Management als Managed-Service in die Hände ausgewiesener Energiedienstleister zu legen - steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Dabei kann das Outsourcing dieser Dienstleistungen durchaus kostengünstiger sein als der Inhouse-Betrieb.

Ein wichtiger Ansatz ist auch, durch die Umsetzung der Prozesse Vorteile aus der Vernetzung energiewirtschaftlicher Anwendungen zu generieren. Die Standardformate wird jedes System beherrschen müssen, weshalb Daten zwischen Systemen inhouse einfacher ausgetauscht werden können. Als Schnittstellenformate zwischen den Systemen eines Unternehmens (inhouse) können die für die GPKE-Prozesse geforderten Standardformate dienen, die ohnehin beherrscht werden müssen.

Von Skandinavien profitieren
Die Convotis AG, Frankfurt am Main, setzt mit ihrem Produkt eccplus auf die Kooperation mit dem Partnerunternehmen ClientComputing aus Norwegen. Der europäische Marktführer im Bereich EDI und XML-Anbindung in der Energiewirtschaft verfügt über einen ventablen Erfahrungs- und Wissensvorsprung und kann nicht zuletzt auf 300 EDI-Kunden in der Versorgungsbranche blicken. Von diesem Know-how-Vorsprung können Energieversorger in Deutschland profitieren.

Fazit: Wer wie die Convotis-Kunden bereits ein System für EDI-Management betreibt, muss sich keine Sorgen machen und sich nicht von der aktuell wahrnehmbaren allgemeinen Panik anstecken lassen. Wer noch nichts unternommen hat, sollte zeitnah mit der Integration einer geeigneten integrierten IT-Lösung mit EDI-Anbindung beginnen. Nicht zuletzt liegt es ja auch im Interesse der Systemhersteller für die Energiewirtschaft, mit kompetenten Partnern für EDI zusammenzuarbeiten und nicht zu versuchen, im Alleingang mit Schnellschüssen unfertige Lösungen zu präsentieren oder gar Terminvorgaben in Frage zu stellen.

Daniel Henne


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